Vortrag/ Diskussion mit Philip Hogh
Wann: 28.04. 2015
Beginn: 19 Uhr
Wo: Franckesche Stiftungen, Haus 31, SR 110
Begriffe und Sprache sind maßgeblich, wenn auch nicht allein dafür verantwortlich, dass menschliche Wesen sich erkennend und verstehend auf die Welt und aufeinander beziehen können. Zugleich sind Begriffe und Sprache nichts, was unabhängig von den Subjekten, die sie gebrauchen, und von der Welt, in der sie gebraucht werden, bestünde. Weil sie Momente dieser Welt sind, schlägt sich das, was in dieser Welt geschieht, sowohl in ihrem Gehalt als auch in der Form ihres Gebrauchs nieder. Sind sie so aber voll und ganz durch die jeweilige historisch-soziale Form der Gesellschaft, in der sie gebraucht werden, bestimmt, so wäre der einzige Zugang zur Welt, den Begriffe und Sprache menschlichen Subjekten ermöglichen, derjenige, den diese Gesellschaft zulässt. Wenn das so wäre, wäre Kritik an dieser Gesellschaft und ihrer Ideologie unmöglich. Unter Bezug auf Adorno und die Psychoanalyse wird der Vortrag darum zuerst die vitale Funktion, die der Sprache in der Genese von Subjektivität zukommt, bestimmen, um dann Sprache als eine zweite Natur verständlich zu machen, die sich gleichwohl von der zu einer zweiten Natur erstarrten spätkapitalistischen Gesellschaft in einem entscheidenden Punkt unterscheidet.